Einblasdämmung im Berliner Gebäudebestand
Berlin ist eine Stadt der Mietwohnungen. Ein großer Teil der Häuser stammt aus der Zeit zwischen 1870 und 1940; damals wurden Außenwände oft mit einer Luftschicht zwischen zwei Mauerschalen errichtet. Diese Hohlschicht ist bis heute ungedämmt – ein Umstand, der die Heizkosten in vielen Mietshäusern nach oben treibt.
Anders als bei einer Außendämmung verändert die Kerndämmung nichts an der Fassadengestaltung. Das ist gerade in Quartieren mit städtebaulichen Auflagen und in Gegenden mit gründerzeitlicher Klinker- oder Putzfassade ein Vorteil, weil kein neues Erscheinungsbild entsteht.
Bei der obersten Geschossdecke sind die Verhältnisse in Berlin oft günstig: zahlreiche Mehrfamilienhäuser haben nicht ausgebaute Dachböden, deren Decke ohne Eingriff in die Wohnungen von oben gedämmt werden kann. Diese Maßnahme ist meist mit geringem Aufwand verbunden.

Einblasbereiche an Berliner Gebäuden
Wo ein Hohlraum erreichbar ist, kann eingeblasen werden. Für Berlin sind vor allem folgende Bauteile typisch.
Zweischaliges Mauerwerk
Gründerzeit- und Nachkriegsfassaden mit Luftspalt zwischen beiden Schalen.
Dachschräge
Sparrenzwischenräume in ausgebauten Dachgeschossen und Mansarden.
Oberste Geschossdecke
Dachbodendecken von Mehrfamilienhäusern, meist ohne Eingriff in die Wohnungen.
Holzbalkendecke
Decken mit Holzbalken in Altbauten, sofern der Hohlraum zugänglich ist.
Holzrahmenbau
Gefächer in Reihenhauszeilen der 1990er und 2000er Jahre.
Zwischenwände zum unbeheizten Raum
Wandhohlräume zwischen Wohnung und Treppenhaus oder Keller.
Verbaute Hohlräume
Bereiche hinter Verkleidungen, die mit Einblastechnik erreichbar sind.
Ganze Gebäudeteile
Fassade, Decke und Dach mit demselben Verfahren auffüllen.
Projekt unklar
Sie sind unsicher, ob Einblasdämmung passt? Wir leiten die Frage weiter.
Was Berliner Gebäude gemeinsam haben
Diese Ausgangslagen begegnen uns bei Anfragen aus der Stadt immer wieder.

Geeignet oder eher nicht?
Ob sich Ihr Haus eignet, hängt vom Wandaufbau ab. Hier eine grobe Orientierung.
Gute Aussichten, wenn …
Wahrscheinlich ungeeignet, wenn …
Die endgültige Aussage trifft nur die Untersuchung vor Ort – nicht die Ferndiagnose.
Häufige Fragen zur Einblasdämmung in Berlin
Was kostet Einblasdämmung bei einem Berliner Mehrfamilienhaus?
Der Preis ergibt sich aus der zu füllenden Fläche, der Hohlraumtiefe, dem Gerüst und dem Material. Weil diese Größen sehr verschieden sind, nennt ein seriöser Anbieter keinen Pauschalwert, sondern ein Angebot nach Besichtigung.
Wie funktioniert die Dämmung, ohne dass um die Fassade gestreut wird?
Das Material wird über einen Schlauch in Bohrlöcher in den Fugen eingeblasen und verteilt sich im Hohlraum, ohne die Außenwand zu verändern.
Ist die veränderte Bauordnung in Berlin ein Hindernis?
Für Dämmmaßnahmen gelten Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Bei manchen Gebäuden kommt die Berliner Bauordnung hinzu. Der Fachbetrieb kennt die Vorgaben, die an Ihrem Objekt zu beachten sind.
Eignet sich die oberste Geschossdecke bei einem Mietshaus besonders?
Häufig ja. Weil von oben gedämmt wird, bleibt der Wohnraum unberührt. Bei einem frei zugänglichen Dachboden gehört diese Variante zu den wirtschaftlichsten Maßnahmen.
Kann ich die Dämmung in Angriff nehmen, wenn das Dach später neu gedeckt wird?
Das lässt sich gut abstimmen. Wird das Dach ohnehin geöffnet, können Dämmung und Dacharbeiten Hand in Hand gehen und Wege gespart werden.
Wird bei einem Berliner Altbau gefördert?
Dämmprojekte an der Gebäudehülle können im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) unterstützt werden. Die Konditionen sind nicht dauerhaft gleich – der Fachbetrieb informiert über den gültigen Stand.
Wie weise ich die Eignung nach, bevor beauftragt wird?
Üblich ist eine Sichtprüfung mit Endoskopkamera durch eine Bohrung in der Fassade, teils ergänzt um eine Feuchtemessung. Erst danach steht fest, ob der Hohlraum zusammenhängend ist.
Werden auch einzelne Wohnungen im Haus bedient?
Die Einblasdämmung wirkt für das ganze Gebäude, nicht für eine Wohnung. Eine Anfrage lohnt sich daher meist über die Eigentümergemeinschaft oder Verwaltung.
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